QR-Codes mit dem iPhone auslesen Рsch̦ne neue Welt

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Mein Kumpel Flo, mit dem ich leider viel zu selten zum Segeln komme, hatte mir schon vor Jahren von einer Idee erzählt, die nun der Realität ein Stück näher gekommen ist – leider nicht von ihm entwickelt:







Er träumte davon mit seinem Handy (vom iPhone war damals noch lange keine Rede) Fotos von einem Strichcode zu machen um mehr Informationen über ein Produkt zu bekommen.

Folgende Szenario ist denkbar:
Man sitzt nach langem mal wieder zusammen in einer Bar und erfreut sich an einer Flasche Wein. Nicht erst nach der zweiten stellt man fest, dass diese wirklich gut ist. Auf dem Ettikett ist ein StrichCode aufgedruckt, diesen „scannt“ man mit seinem Mobiltelefon und erhält sofort nähere Informationen zu dem leckeren Wein: den Winzer, den Namen des Weins und der Traube, Anbauort, Jahrgang und ggf. gleich wo man (online) diesen Tropfen erstehen kann.

Soweit der Traum von Flo. Heute sehe ich zufällig im iTunes App Store dass es gleich mehrere Scanner gibt, die diverse Codes auslesen können. Speziell der mir bis dato unbekannte QR-Code scheint ja mittlerweile recht verbreitet zu sein. Er wurde von einer Toyota-Tochter in derem Auftrag entwickelt .

Wikipedia weiß dazu folgendes:

Der QR Code besteht aus einer quadratischen Matrix aus schwarzen und weißen Punkten, welche die codierten Daten im Dualsystem darstellen. Eine spezielle Markierung in drei der vier Ecken des Quadrats gibt die Orientierung vor.

Die Daten im QR Code sind redundant vorhanden. Selbst wenn bis zu 30% des Codes zerstört sind, kann er dennoch entschlüsselt werden. Manche Benutzer personalisieren QR Codes durch Verfremden mit einem Grafikprogramm, in dem sie den QR Code mit einem zusätzlichen Bild, häufig das eigene Konterfei, überlagern.

Der japanische Standard für QR Codes, JIS X 0510, wurde im Januar 1999 veröffentlicht und entspricht seit dem Jahr 2000 ISO/IEC18004.

Die Sache mit den Rechten an dem Code ist nicht ganz 100%ig geklärt. Auch hierzu wird man im deutschen Wikipedia jedoch fündig:

„QR Code is open in the sense that the specification of QR Code is disclosed and that the patent right owned by Denso Wave is not exercised.“ Die japanische Webseite von Denso Wave erklärt zudem, dass der Name „QR Code“ selbst ein eingetragenes Warenzeichen von Denso Wave Incorporated in Japan und anderen Ländern ist.

Die japanische Webseite ist in diesem Punkt recht sparsam ins Englische übersetzt. Aus dem japanischen Originaltext geht jedoch deutlich hervor, dass Denso Wave Incorporated jedem die Nutzung des QR Codes frei und kostenlos gestattet.

Wie auch immer, die kommerzielle Nutzung des QR Code ist lizenzfrei. Denso Wave ist zwar der Rechteinhaber, verzichtet allerdings auf die Vollziehung der Rechte in Form von Lizenzgebühren. Dies wird sich auf absehbare Zeit auch nicht ändern, denn der QR Code ist als öffentlicher Standard bereits etabliert. In Japan ist der QR Code sehr weit verbreitet, man findet ihn nahezu auf jedem Werbeplakat. Auch die japanische Regierung verwendet den QR Code. So benutzt zum Beispiel die japanische Einwanderungsbehörde den QR Code mit verschlüsselten Daten für das Visum, welches bei der Einreise in den Reisepass eingeklebt wird. Eine Durchsetzung von Lizenzgebühren ist daher nahezu unmöglich.

Und aus diesem Grund verwenden mittlerweile recht viele Stelle (bisher für mich leider unbekannt) diesen QR-Code. QR steht hier i.Ü. für Quick Response. So sind anscheinend mehrere bereits mehrere Plakate etc. mit diesem Code ausgestattet, der nähere Informationen zu dem beworbenen Produkt enthält.

Aber zurück zur Idee von Flo: Das Ganze muss natürlich mit dem iPhone auch gelesen werden können. Hier bedienen wir uns mehrerer (kostenloser) Apps aus dem AppStore von Apple.

Hierzu werden wir diese beiden Apps besprechen und anschließend noch, wie man den Code selbst erzeugen kann:

iPhone App

Zum einen wäre da mal „Barcode“ (iTunes direkt Link). Ich bin etwas davon irritiert warum „Barcode“ immer nachfrägt ob es den aktuellen Ort verwenden darf, aber nachdem das mit „nein“ bestätigt wurde, kann es gleich los gehen. Leider hat „Barcode“ ein paar schlechte Bewertungen erhalten, die ich persönlich nicht nachvollziehen kann.

Man wählt den QR-Code aus und kann ein Foto anschließend mit dem iPhone direkt vom QR-Code machen. Dazu bleibt man ruhig gute 30cm vom Code weg um diesen abzufotografieren.

Anschließend vergrößert man die Stelle des Bildes mit dem Code solange bis es in das entsprechende Quadrat passt und drückt sodann auf Decode. Und Voilá im unteren Feld steht der entschlüsselte Code. So weit so gut, aber es geht natürlich noch weiter:

Wenn es sich wie in diesem Fall um eine URL, also Internetadresse handelt, kann man das Ganze mit dem iPhone natürlich gleich weiterverwenden. In diesem Fall öffnen wir die URL in MobileSafari (Webbrowser im iPhone) und buchen einen Segelkurs (Bodenseeschifferpatent) bei der Bodensee Segelschule Wasserburg. // -> Schleichwerbung // :-)

Gleiches könnte man natürlich auch mit einer Telefonnummer direkt machen, oder aber den gewonnenen Text weiterversenden, z.B. via E-Mail an seinen eigenen Account. Feht nur noch die Twitteranbindung!

Noch etwas komfortabler (wenn mir auch die API weniger gefällt) ist „Strichcode“ (iTunes direkt Link). HIer macht man ebenfalls direkt ein Foto vom Code, die Decodierung läuft hier aber schneller und auch zuverlässiger. Ausderm kann man die decodierten Informationen speichern und natürlich ebenfalls entsprechend weiterverarbeiten.

Also ich habe beide Apps geladen und lasse auch erstmal beide auf dem iPhone. Mit der Zeit wird sich sicherlich ein favorisiertes App herauskristalisieren und das andere den unweigerlichen Weg in den Papierkorb finden.

Also wunderbar! Flo ist seinen Informationen über den guten Tropfen Wein damit schon mal ein ganzes Stück näher gekommen. Jetzt fehlt nur noch, dass viel mehr Leute diesen (oder meinetwegen auch einen anderen, besseren) Code auf ihren Produkten und Anzeigen etc. verwenden.

Doch dazu muss man sich erstmal einen entsprechenden QR-Code erstellen. Hierfür kann man entweder professionelle Programme für den Mac kaufen, oder man generiert erstmal online. Dies kann man direkt auf dieser Website selbst und unkompliziert machen.

Man kann zwischen URL, Text, Phone Number und SMS auswählen und den Code in vier verschiedenen Größen S, M, L und XL generien lassen. Klar, das dieser Dienst nur für den privaten Gebrauch ist. Ferner ist das Bild des generierten Codes natürlich nur in Webauflösung. Aber wählt man die Größe XL und verkleinert entsprechend, kann man den so gewonnenen Code natürlich auch für Print „hinpfuschen“.

Soweit, so gut. Jetzt warte ich nur darauf dass ich endlich mal wieder mit Flo einen leckeren Wein trinken gehe und wir dann vielleicht schon nähere Informationen auf dem Weinetikett mittels iPhone auslesen können.






Edit(h) sagt:
Bei Strichcode gibt es noch einen Tipp, den ich hier gleich noch veröffentlichen will, weil dies bestimmt bei einigen zu einem besseren Erfolgt führt:

iPhone hat eine fix-fokus-Kamera. Dies funktioniert oft gut, ist aber für Strichcode-Erkennung ungeeignet, weil alles was zu nah an der Kamera ist unscharf aussieht und schwer zu dekodieren ist. Für die besten Resultate sollten Sie:

  • Mindestens 60 cm Abstand zwischen Kamera und Strichcode halten
  • Im Schritt Bewegen und Skalieren den Strichcode im Bild zentrieren und fast flächenfüllend vergrößern

Dies gibt dem Dekoder ein scharfes, großes Bild, das hauptsächlich den Strichcode enthält, und sich am einfachsten dekodieren läßt.

Soweit die Tipps Coder.

One Comment

  1. Posted 11. Februar 2009 at 09:18 | Permalink

    gibt es denn auch ein App welches „normale“ Strichcodes wie zum Beispiel auf Büchern, oder Lebensmittelverpackungen (GummiBärle) Lesen kann?

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