Podiumsdiskussion der Kandidaten für das Amt des Bürgermeister Nonnenhorn: Rainer Krauß und Uwe Mosthaf

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Gestern, am Donnerstagabend, fand sie endlich statt: die Podiumsdiskussion der beiden Kandidaten für den Bürgermeister Nonnenhorn. Rainer Krauß und Uwe Mosthaf diskutierten mit Herrn Brandt von der Lindauer Zeitung in der wirklich vollen Stedi Halle in Nonnenhorn.

Wer war Sieger? Wie haben sich die Kandidaten um das Amt des Nonnenhorner Bürgermeisters geschlagen? Was waren die Themen? Wie war die Rolle der Lindauer Zeitung dabei? Welches Fazit ziehe ich aus der Diskussionsrunde?


Zuerst mein Fazit der Podiumsdiskussion, bevor ich auf die Einzelheiten eingehe:
Das Fazit ist kurz und knapp! Die Sofas im Foyer des Stedi müssen dringend in den laufenden Haushalt eingestellt werden. Na ja nicht unbedingt die Sofas, aber das Geld für die Reparatur bzw. Neubeschaffung selbiger!  😉
Nach der Diskussion haben wir uns da („VIP Raum“ :-)) noch auf ein paar Bierchen getroffen und mussten dabei den unbequemen und desolaten Zustand der Sofas feststellen.  :-)

Aber das war bestimmt nicht das, was der politisch interessierte Leser hier vorfinden wollte, oder? 😉

Zurück zur Podiumsdiskussion:
Das Stedi war voll, sogar der Konferenzraum im hinteren Bereich wurde geöffnet und war ebenfalls bestuhlt. Ich schätze mal, dass gut 500 Bürgerinnen und Bürger (i.Ü. nicht nur aus Nonnenhorn) da waren. So wurde u.a. auch ein Bürgermeisterkandidat aus Weißensberg gesichtet, der dies vermutlich als Vorbereitung für seine eigene Podiumsdiskussion sah. Auch der Kressbronner Bürgermeister Weiß war nach Nonnenhorn gekommen; mutig wenn man bedenkt, dass doch einige Nonnenhorner wegen dem Schilderstreit alles andere als gut auf ihn zu sprechen sind.

Nach einer Begrüßung durch Herrn Brand von der LZ, stellte Frau Jeschke von der Gemeinde Nonnenhorn vor, wie denn gewählt werden muss. Nein nicht wirklich wer gewählt werden muss, sondern wie. Neu ist, dass man keine „Segelschiffchen“ mehr auf die Wahlzettel malen darf, sonst ist nämlich der Stimmzettel ungültig! War mir auch neu und finde ich persönlich schade. Wie man ansonsten einen Stimmzettel ausfüllt traue ich doch jedem mündigem Nonnenhorner durchaus zu. Darum gehe ich nicht näher drauf ein.

Danach warf Herr Brandt eine Münze, wer denn zuerst auf die Bühne zur Vorstellung kommen darf. Es wurde Uwe Mosthaf. Man merkte dem Bürgermeisterkandidaten der Freien Bürgerschaft, Uwe Mosthaf, deutlich seine Nervosität und Unsicherheit an. Er wirkte ganz anders als im Gesprächen in kleineren Gruppen. Etwas verwundert war ich über die Frage, ob er eher Wein- oder Biertrinker sei, die ihm von Herrn Brand gestellt wurde. Fehlte nur noch die Frage, wie er denn seine Weißwürste esse, daraus hatte die Lindauer Zeitung beim Landratskandidaten Elmar Stegmann ja bereits einen eher negativen Bericht im vergangenen Jahr gestrickt. Die Frage bzgl. Wein und Bier wurde später dann auch Rainer Krauß von der Dorfgemeinschaft gestellt. Beide antworteten diplomatisch und sagten, dass sie sowohl als auch mal Bier und Wein trinken. Ob das allerdings für die Wahl relevant ist, bleibt dahingestellt.

Aber auch Rainer Krauß wirkte bei seiner anfänglichen Befragung noch etwas unsicher und nervös. Erst im weiteren Gespräch, als es um das Thema „B31 Abfahrten“ ging, brach das Eis bei Rainer Krauß und er profitierte aus seiner Erfahrung im Landratsamt Lindau, wo er natürlich mit vielen kommunalen Problemen Themen zu tun hat. Beide Kandidaten meinten jedoch, dass in Rickatshofen wohl keine Abfahrt kommen werde, nicht zuletzt weil dort mittlerweile ein FFH Gebiet ausgewiesen sei. Meinen Informationen nach (die ich nicht als 100% richtig einstufen möchte, da ich es auch nur vom „Hörensagen“ her kenne) irren dabei allerdings beide. So viel ich weiß ist das FFH Gebiet nur Links der Trasse und nicht auf der rechten Seite. So gesehen könnten also die Abfahrten etwas weiter nach Lindau verlegt werden und dennoch gebaut werden. Das wird zwar die OBine Petra Seidl von Lindau zu verhindern versuchen, aber das ist ja wieder ein anderes Thema.

Generell konnte eigentlich bei allen Themen, die mich i.Ãœ. stark an mein „10 Punkte Wahlkampfprogramm für Nonnenhorn“ erinnerte, eine inhaltliche Ãœbereinstimmung der beiden Kandidaten festgestellt werden. Lediglich beim Thema Strandbad positionierte sich Uwe Mosthaf definitiv für den Erhalt des Strandbades Nonnenhorn in der bisherigen Art. Rainer Krauß dagegen ließ sich zu dieser Aussage nicht hinreißen und ließ die Zukunft noch offen. Hier zeigten sich beide Kandidaten informiert, da sie u.a. mit dem Vorsitzendem des Fördervereins des Oberreitnauer Strandbades gesprochen hatten. Rainer Krauß merkte noch an, dass der Förderverein von Oberreitnau allerdings auch Arbeiten (und damit Kosten) übernimmt, die in Nonnenhorn so gar nicht dem Strandbad zugerechnet werden; z.B. die Arbeit des Bauhofs für das Rasenmähen etc.

Wie gesagt bei allen von Herrn Brandt angesprochenen Themen stimmten die Kandidaten grundsätzlich überein, wobei allerdings Rainer Krauß durch seine Tätigkeit im Landratsamt Lindau sicherlich einen Vorteil durch mehr Hintergrundwissen hatte und diesen auch zu nutzen wusste. So wirkte er auch selbstsicherer und dominierte gefühlt auch die Redezeit.

Etwas emotionaler wurde es dagegen bei den Fragen, die aus der Zuhörerschaft gekommen waren. So gab es zwei „kritische“ Fragen für jeden der Kandidaten um das Amt des Bürgermeister Nonnenhorn, die beide etwas ins Schwimmen brachten.

So wurde Uwe Mosthaf gefragt, wieso er nach relativ kurzer Zeit (ich glaube 3 Jahre) von Pro Lindau wieder weg ging. Hier kam er etwas ins Straucheln und Rudern und sagte, dass nach Ablauf seines befristeten Arbeitsvertrages es Unstimmigkeiten über weiteres Vorgehen gab und er deshalb entschlossen habe sich nach einem neuen Betätigungsfeld umzuschauen. So arbeitet er nun als Leiter des Bürgerbüros und Ordnungsamtes eines 10.000 Einwohner großen Ortes.

Rainer Krauß wurde mit der Frage nach einer zu großen Nähe und einer eventuellen „Bevormundung“ durch den Altbürgermeister Josef Hornstein konfrontiert. War Rainer Krauß sonst sehr dominant und selbstsicher verließ er bei dieser kritischen Frage seine Rolle und antwortete aggressiv und dennoch unsicher: „Wer Krauß wählt, bekommt auch Krauß“.
Vorausgegangen war das Gerücht im Weindorf Nonnenhorn, dass bei der ersten öffentlichen Veranstaltung der Dorfgemeinschaft Rainer Krauß eine Frage gestellt wurde und anscheinend Altbürgermeister Josef Hornstein ihm ins Wort gefallen sei und die Frage selbst beantwortet habe. Ich kann das nicht nachprüfen und auch nicht sagen ob es so war, da ich nicht dabei gewesen bin. Das Gerücht geht aber im Dorf umher und man sagt Rainer Krauß nun nach, dass der Altbürgermeister einen großen Einfluss auf ihn habe. Diesen Umstand verneinte allerdings Rainer Krauß, wenn auch sichtlich verärgert, unsicher und gereizt.

So besteht hier Ausgewogenheit: Uwe Mosthaf strauchelt bei der Nachfrage nach seinem früheren Job, Rainer Kraus bei selbiger zum Thema „Beziehung zum Altbürgermeister“.

Abschließend mein Eindruck, dass Rainer Krauß die Veranstaltung dominierte und durch sein vorhandenes Fachwissen auf lokalpolitischer Ebene (sicherlich auch bedingt durch seine Arbeit beim Landratsamt Lindau) selbstsicherer auftrat als Uwe Mosthaf.

Vielleicht ein Unterschied den ich zwischen den Zeilen herauslesen vermochte: Rainer Krauß ist mehr der Macher und auch mal angriffslustiger, wohingegen Uwe Mosthaf mehr ein größeres Team wohl einbinden möchte. Beides hat Vor- und Nachteile, da muss jeder für sich selbst entscheiden wer für ihn der bessere Kandidat für das Amt des Bürgermeisters Nonnenhorn ist.

Ich erhebe i.Ü. keinen Anspruch darauf, dass ich die Veranstaltung so komplett beschrieben habe. Auch mag mancher andere subjektive Eindrücke haben. Auch habe ich nicht bei den Themen mitgeschrieben. Dies überlasse ich den Profis von der LZ.

Wobei ich auch bei den „Profis“ immer wieder Einfärbungen entdeckt haben möchte. Nicht nur was die Lokalpolitik im Weindorf Nonnenhorn am Bodensee angeht, sondern auch was „etwas größere Politik“ im Landkreis Lindau betrifft.

Vor Ort war meiner Meinung nach der erste Bericht über die Nominierungsversammlung der Dorfgemeinschaft tendenziell eher negativ in der Zeitung beschrieben. Die der freien Bürgerschaft dagegen eher positiv. Bei den Einzelberichten über die Bürgermeisterkandidaten in dieser Woche kam meiner Einschätzung nach Rainer Krauß besser als Uwe Mosthaf weg. Bisher also quasi ausgleichende Gerechtigkeit. 😉
Sind wir also gespannt, was wir morgen in der LZ über die Podiumsdiskussion lesen werden und wie die Umfrage ausgefallen ist.

Momentan schätze ich die Situation in Nonnenhorn so ein, dass Rainer Krauß die Nase vorn hat. Wenn auch dicht gefolgt von Uwe Mosthaf; es bleibt also spannend bis zum 2. März. Erst dann wird man wissen wo der neue Bürgermeister feiern wird. Entweder in der Pizzeria „La Gondula“ (Rainer Krauß) oder im Gasthof „Torggel“ (Uwe Mosthaf).

Der Wahlkampf Marathon für die Nonnenhorner Bürger geht i.Ü. weiter:
Am kommenden Sonntag (17.2.) findet ab ca. 11:30 Uhr (nach der Kirche) ein politischer Frühschoppen mit Weißwürsten im Nonnenhorner Pfarrsaal statt. Dort werden mehrere Kandidaten für den Kreistag präsent sein, aber auch CSU Landratskandidat Elmar Stegmann hat sein Kommen zugesagt. Also, am Sonntag ab 11:30 Uhr im Pfarrsaal Nonnenhorn!

One Comment

  1. Posted 16. Februar 2008 at 02:46 | Permalink

    habe gerade online den Artikel in der LZ gelesen und bin überrascht: der Artikel ist erstaunlich ausgewogen, ja fast schon zu ausgewogen geschrieben. Da bin ich dagegen richtig kritisch.

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