Neue Abzocke via Skype (hier mrs.favourbrown)

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Wie geil ist das denn? Die Abzockmaschen werden immer ausgeklügelter. Sicherlich kennt ihr Spam Mails die euch offerieren, dass von einem afrikanischem Konto euch ein größerer Geldbetrag überwiesen werden soll. Klar dass das nicht sauber ist. Wie genau die Abzocke aber funktioniert war mir bislang nicht klar, da entsprechende Mails natürlich gleich in den Spam-Mülleimer wanderten.

Jetzt flatterte via Skype aber ein Kontaktwunsch von „mrs.favourbrown“ auf das MacBook. Man weiß ja nie, welch kranker Bekannter sich so einen Namen zulegt. Also bestätige ich. Worauf erstmal nichts passiert. Ich warte auch erstmal ab. Etwa eine Stunde später beginnt dann der Dialog. Mrs.Favourbrown begrüßt mich (mit schlechtem Englisch).

Ich rieche den Braten, und überlege kurz ohne zu antworten gleich den Kontakt wieder zu bannen. Dann verspüre ich aber die Lust zu erforschen was das wieder soll …






Also antworte ich und recht schnell kommt Mrs.Favourbrown, welche bereits 73 Skype Kontakte laut Profil hat, auf den Punkt. „Sie“ erzählt, dass sie bei einer Bank arbeite in Cotonou, Benin. Der Finanzminister von Benin sei ihr direkter Kunde, erzählt „sie“. Der gute Finanzminister habe rund 22.500.000 US-Dollar „auf der Seite“ und müsse diese auf ein anderes Konto transferieren. Wenn ich mein Konto zur Verfügung stelle, bekäme ich 50% davon.

Aha, denke ich. Super, gerade etwas über 11 Mio. USD Geschäft gemacht! Passiert ja jetzt nicht gerade jeden Tag! 😛 Neugierig, wie die Abzocke aussieht, frage ich weiter nach.

Klar es sei wirklich so, bestätigt mir Mrs.Favourbrown. Ich erwähne mein (leider nur virtuelles) Konto auf den Virgin Islands. Das findet sehr positive Zustimmung von Mrs.Favourbrown. Als Beweis, dass das alles „mit rechten Dingen zugehe“, schickt sie mir ein Foto via Skype – natürlich von sich selbst.

Ich überlege kurz ob ich annehmen soll, hoffe und vertraue auf den Mac und nehme gespannt das Bild an. Eine wirklich gut aussehende und aufreizende farbige Dame lächelt mir darauf entgegen. Ich ziehe das jpg direkt in den Papierkorb und bringe zum Ausdruck, dass sie sehr schön sei.

Worauf hin sie meinte, dass sie schon lange nach Deutschland ziehen wolle und ich ja ein guter Kontakt sei und sie mich ach so sympathisch fände. Wow! Die mag mich wirklich … 😀

Ich werde provokativer und frage nach, ob sie auch putzen kann und das Katzenklo sauber macht, sowie den Müll nach unten bringt. Klar, alles das macht sie, sie wolle „Dienstleister“ ihres Mannes sein, kommt zurück. Ja perfekt, die nehme ich! :-)

Ich lenke den Skype Chat wieder auf die „versprochenen“ Millionen; sind ja zwar nur Dollar, aber in Zeiten schwieriger Wirtschaftslage ist man ja nicht ganz so wählerisch …

Ja alles kein Problem: Sie, oder ein Vertreter käme nach Deutschland, noch besser sei, ich würde nach Benin fliegen, um die Unterlagen vorzubereiten. Man könne aber auch alles online machen und es gibt ein offizielles Dokument, dass alles echt sei.

Ich kann immer noch nicht den Trick mit der Abzocke erkennen und hacke nochmals nach. Speziell welche Kosten mir entstehen.

Jetzt rückt sie weiter raus, der Skype Chat dauert schon ca. 10 Minuten. Ich müsse nur die Gebühr für die Transaktion zahlen, was ja bei den 11,25 Mio USD kein Problem sei. Die Höhe kann sie mir gerade nicht genau mitteilen, weil sie gerade nicht in der Bank sei. So ca. 0,3 bis 1,3% der Gesamtsumme vermutet Mrs.Favourbrown.

Ich lasse sie wissen, dass das ja kein großes Problem sei und zeige nochmals Interesse. Ich Frage nach, ob ich zuerst die Gebühr bezahlen müsse, oder zuerst die Transaktion durchgeführt würde.

Aha und siehe da, ich muss zur „Legitimierung“ zuerst die Gebühr bezahlen, daraufhin werde aber sofort das Geld überwiesen! Hehe, so läuft der Hase also!

Ich frage kritisch nach, dass es ja schon gefährlich für mich sei, eine solch große Summe ins Ausland zu überweisen.

Mrs.Favourbrown lenkt gleich ab und geht wieder auf die persönliche Ebene, wie klug ich doch sei und so nett etc. Sie schlägt vor, dass sie nach Deutschland komme um alles mit mir zu besprechen und natürlich um mich endlich näher kennen zu lernen. Ich solle ihr nur das Geld für den Flug überweisen, denn mit dem ärmlichen Gehalt könne sie sich das nicht leisten.

Aha, wenn schon nicht das dicke Geld mit mir zu machen ist, dann wenigstens ein- bis zweitausend Euro für den Flug! :-)

Daraufhin bedanke ich mich bei „ihr“ für das sehr interessante und aufschlussreiche Chat Gespräch.

Sie reagiert verwundert und nennt mich „Darling“.

Ich schreibe böse Sachen von wegen Spam und Abzocke etc. und banne „sie“ – ohne auf eine Antwort zu warten – aus meinem Skype.

War ja doch sehr aufschlussreich. Ist ja eine ganz neue Masche, die hier verwendet wird. Aber mal ehrlich, wer fällt denn darauf rein? Noch dazu wenn man so plump damit kommt? Auf jeden Fall nervt es mich, dass ich nun schon bei Skype zugespammt werde.

Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen sammeln dürfen müssen? Würde mich ja schon interessieren, wie das bei euch abgelaufen ist. Auf jeden Fall scheint es, als ob die Spammer nun auch „richtig arbeiten“ müssten. Ist ja schon ne andere Nummer wie einfach ein paar Millionen e-Mails zu verschicken. :)

Na ja, wie dem auch sei. Seid gewarnt (falls notwendig)! Im Nachhinein ärgere ich mich darüber, dass ich „sie“ nicht auf eine „tote“ Website von mir geschickt habe, z.B. um ihr ein „Bild von mir“ zu zeigen. Dann hätte man (vielleicht) eine IP-Adresse etc. gehabt. Wäre zumindest nicht ganz uninteressant wohin die gezeigt hätte, wenn sie nicht auf dem Weg ins ach so ferne Deutschland geswitched worden ist.






Also, wer hat schon ähnliche Erfahrungen sammeln können? Die Kommentarfunktion ist scharf geschalten … ach ja und einen Artikel zum Thema SMS SPAM ABZOCKE habe ich hier auch schon verfasst.

One Comment

  1. Posted 14. Januar 2009 at 21:40 | Permalink

    Mutig – hätte mich glaube ich nicht getraut die Datei von der „netten Dame“ anzunehmen…

    Aber das ganze ist echt eine frechheit… Abzocke per Skype! Was es nicht alles gibt 😉

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