Lindaus Insel soll Altenheim und Großklinikum für Schönheits-OPs werden

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Gerade habe in der online-Ausgabe der Lindauer Zeitung diesen Artikel gelesen. Vorangegangen ist die Diskussion im Lindauer Stadtrat ob man nicht die Sperrzeit wieder verlängern sollte, damit die Insel Lindau ruhiger wird.

Eigentlich hatte ich mir geschworen nicht mehr auf lokalpolitische Dinge zu reagieren und einfach nur noch leise, anstelle von laut, mir meinen Teil zu denken. Dennoch habe ich gerade folgendes geschrieben, was ich ursprünglich auch als Leserbrief in der Lindauer Zeitung veröffentlichen wollte:

Zuzugeben, dass ich über die erneute Diskussion bezüglich des sommerlichen Treibens in der Grub auf der Insel Lindau verärgert bin, fällt schwer abzustreiten. Denn eigentlich sollte man auch dieses Kapitel in den Ordner Lindauer Schildbürgerstreiche ablegen und sich wieder ins Bewusstsein zurück zu holen, dass die Lindauer Insel ja tot ist und keinen Besuch mehr wert.

Egal ob Einkaufen, Essen oder mal eben mit Bekannten was trinken zu gehen, dafür geht man besser nach Friedrichshafen, Ravensburg oder Bregenz. Klar, ich heiße es auch nicht toll, wenn angetrunkene Heranwachsende lärmend oder gar randalierend durch Lindaus Gassen ziehen. Aber dafür gleich alle Gastronomen und Besucher der Lindauer Insel abzustrafen ist wohl dann auch der falsche Weg. Jede „gesunde“ Stadt hat eine Partymeile und dass die Grub wohl nicht unbedingt Lindaus ruhigste Gast ist, dürfte den Bewohner wohl nicht erst Jahre nach dem Einzug aufgefallen sein.

Meiner Meinung nach gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Man schließt die Insel komplett. Verjagt die lästigen, geldbringenden Touristen und Nachtbummler ebenso von der Insel, wie jene die da immer noch einkaufen wollen. Die Brücke wird wieder entfernt, nur der Bahndamm als Lindaus heilige Kuh bleibt bestehen. Dann erklärt man die komplette Insel als großes Altenheim und Klinikum für Schönheitsoperationen. Wer lauter als flüsternd spricht bekommt sofort Platzverbot.
  • Schon vor vielen Jahren, zu Zeiten als ich noch aktiv in der Jungen Union war, haben wir mehrere Vorschläge gemacht endlich in der Ladestraße ein Kneipenviertel für Einheimische und Touristen zu ermöglichen. Dieser Bereich wäre ideal: hoffentlich bald bahnhofsnah, verkehrsgünstig gut angebunden, kaum Nachbarschaft, die durch Lärm belästigt würde und trotzdem in Mitten der Stadt und direkt am Bodenseeufer gelegen. Meiner Meinung nach wäre die Stadt gut beraten in diese Richtung weiter zu denken und lieber Lösungen zu schaffen anstelle permanent über Rückschritte nachzudenken.
  • Ich hoffe meine durchaus sarkastischen Anmerken stimmen zum Nachdenken an, sollen jedoch niemanden zu sehr weh tun! Die Tatsache aber ist, dass Lindau aufpassen muss nicht von einer lebendigen Stadt mit viel Potential, zu einer toten (die nur noch verwaltet wird) zu verkommen.

    Jörg K. Fischer

    2 Comments

    1. Posted 22. Juli 2007 at 18:18 | Permalink

      Eine durchaus nette Idee, aber das Verjagen der Touristen die das Geld in die Stadt „mit großem Potential“ bringen könnte dem Potential der Stadt doch sehr schaden.

    2. Posted 22. Juli 2007 at 18:55 | Permalink

      Hallo Sybille, vielen Dank für Deinen Kommentar; allerdings muss ich zugeben, dass zumindest der erst genannte Punkte doch eher ironisch zu verstehen ist und nicht wirklich ernst gemeint war. Das Thema Ladestraße goes Partymeile hingegen hat meiner Meinung nach wirkliches Potential.

      Gruß. Jörg

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