Lindauer Stadtrat entscheidet über neue Hauptfeuerwehrwache und die sog. Inselwache

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Alea iacta est, würde der Lateiner sagen, was frei übersetzt „die Würfel sind gefallen“ bedeutet. Und in der Tat, nun scheint es kein Zurück mehr zu geben. Die von vielen lang ersehnte Stadtratsentscheidung zum Thema „Drehleiter Streit & IG Inselwache“ wurde in einer äußerst langen Stadtratssitzung gefällt.

Um es kurz zu machen, hier die Beschlüsse knapp zusammengefasst:

  • Stadtrat entscheidet nicht über den Standort der Drehleiter; dies soll die Kommandantur der Feuerwehr Lindau tun.
  • Es wird eine neue Feuerwehrhauptwache nach der Vorlage der Verwaltung und des Kommandanten auf dem Festland (Heuried) gebaut
  • Die neu zu bauende „Inselwache“ bekommt (nur) zwei Stellplätze

Hier könnte dieser Artikel eigentlich schon enden. Aber deshalb nur „eigentlich“, weil es dann nicht p5p.de wäre. :-) Denn hier „müssen“ Artikel immer richtig lange und ausführlich sein.

Also mein Bericht und meine Eindrücke aus dem Gedächtnis, was sich so alles zugetragen hat in der Lindauer Inselhalle:

Gegen 18:00 Uhr (Beginn der öffentlichen Stadtratssitzung) war die Inselhalle schon gut gefüllt und es wurde noch ein weiterer Raum aufgemacht, damit alle interessierten Zuhörer Platz fanden. So gut besucht sind die Lindauer Stadtratssitzung wohl recht selten bis nie. Man merkt, dass eine gewisse Spannung im Raum liegt. Überall wird im Vorfeld diskutiert, man hört teilw. Emotionen hochkochen. Es sind erstaunlich viele Feuerwehrleute, nicht nur aus Lindau, sondern auch von den umliegenden Gemeinden gekommen. Teilweise in Ausgehuniform, teilweise in Feuerwehr-Shirts, aber auch in „zivil“. Vor der Inselhalle stehen einige Feuerwehrfahrzeuge aus dem ganzen Landkreis. Das Interesse scheint wirklich groß zu sein, weit über die Stadtgrenzen von Lindau hinaus.

Bereits im Vorfeld wurde auf einem deutschlandweiten Fachforum für Feuerwehr reichlich über diesen Lindauer Streit informiert und diskutiert. Die Diskussion dort findet unter der Überschrift „Aufstand gegen Kommandant bei der FF Lindau“ statt und mehrheitlich liest es sich so, dass viele aktiven Schreiber im Forum das Vorgehen und Öffentlichmachen der sog. Lindauer „IG Inselwache“ nicht für gut heißen. Ebenfalls wird bedenklich gesehen, dass der Lindauer Stadtrat in der Standortfrage für die Drehleiter entscheiden soll, dies sei Aufgabe der örtlichen Kommandantur nicht der Stadträte, kann man dort lesen.

Umso gespannter waren alle, egal ob „normaler Bürger“ oder Mitglied einer Feuerwehr, wie der heutige Abend verlaufen werden würde.

Doch zuerst standen andere Dinge auf der Tagesordnung. Als erster Punkt die Verabschiedung des Leiters der Lindauer Stadtwerke. Als Oberbürgermeisterin Seidl ihre Dankesrede gehalten hatte und dem scheidendem Chef der Stadtwerke ihre Präsente überreichte, kristallisierte sich heraus, dass es ihr nun alle Fraktionsvorsitzenden aus dem Stadtrat gleich tun wollten. Ich fühlte wie sich meine Augen verdrehten und bei vielen anderen Zuhörern auch. Und so dankten die Fraktionen dem ziehendem Stadtwerke-Chef und überreichten ihre Abschiedsgeschenke; alles zog sich hin. Dann kam Stadtrat Kiss von der Bunten Liste an die Reihe, dieser schilderte die kontroversen Diskussionen mit dem Stadtwerke Chef die seine Fraktion geführt habe und schoss auch einige spitzige Bemerkungen dabei gegen den Kommandanten der Feuerwehr Lindau SBI Kainz ab. Ich habe dies für eine Verabschiedung für reichlich unpassend empfunden.

Ebenfalls empfand ich den ganzen Tagesordnungspunkt an einem solchen Abend für unpassend. Erstens zog sich so der Abend nur künstlich in die Länge, was einige Zuhörer extrem nervte und zum Anderen war dies auch keine schöne Verabschiedung, schon gar nicht mit so Attacken wie sie Stadtrat Kiss abfeuerte. Schade, dafür hätte sich sicherlich auch ein anderer Termin finden können.

Der nächste Tagesordnungspunkt beschäftigte sich mit der Erhöhung der Grundsteuer. Einführend meinte OB Seidl, dass eine Erhöhung um 25 moderate Punkte auch ohne Neubau einer Hauptfeuerwache notwendig sei, schon aufgrund der Schulen. Redebeiträge des bürgerlichen Lagers (CSU und Freie Bürger) sind „dafür“, wenn auch zähneknirschend, wie immer betont wird. Und wieder ist es Stadtrat Kiss von der Bunten Liste, der das Thema zum Anlass nimmt gegen Stadtbrandinspektor (SBI) Kainz und den Neubau der Feuerwehrhauptwache zu wettern.

Der abgewählte frühere Oberbürgermeister von Lindau und jetzt Stadtrat Jürgen Müller (Freie Wähler) argumentiert ähnlich wie Kiss und wiederholt seine Forderung keine Hauptwache im Lindauer Heuried zu errichten. Worauf Günther Brombeis (Freie Bürger) ihm vorwirft, dass er nur gegen die neue Hauptfeuerwehrwache sei, weil sie ihn seiner Nachbarschaft errichtet werden solle.

Es folgen weitere Wortbeiträge einiger Stadträte. Der Erhöhung wird dann mehrheitlich zugestimmt.

Als nächstes kommt der schriftliche Antrag von Stadtrat Guggenmoos zur Abstimmung. Dieser fordert, dass der Stadtrat nicht über den Standort der Feuerwehr Drehleiter entscheiden solle. Er sagt die Stadträte können nicht Schiedsrichter der Feuerwehr Lindau sein, dies müsse intern geregelt werden.

Die Bunte Liste, so Kiss, sei dagegen. Der Stadtrat solle über den Standort entscheiden. Er zitiert aus dem Bayerischen Feuerwehr Gesetz und meint dass dies bedeuten würde, dass der Stadtrat darüber entscheiden könnte. Es beginnt eine Diskussion darüber. Der Jurist der Stadt Lindau meint, dass man dies vermutlich nicht so sehen könne. Das Gespräch mit einem Juristen, welches ich in der Pause geführt habe, ergabt, dass dieser meinte dass man zu diesem juristischem Streitthema wohl erst ein Urteil abwarten müsse, das in beide Richtung ausfallen könnte.

Der Antrag von Stadtrat Guggenmoos wird mit 17 Ja-Stimmen (von 31 möglichen) angenommen. Damit wird der Stadtrat nicht über den Standort der Drehleiter entscheiden.

Nun ging es zum eigentlichen Thema des Abends über. Einführend lobte OB Seidl die freiwillige, ehrenamtliche und gute Arbeit der Feuerwehr. Sie widersprach vehement dass die neue Hauptfeuerwehrwache auf dem Festland ein Prestigebau werden solle. Sie wünscht sich eine faire Diskussion, wenngleich sie versteht dass Emotionen mit im Spiel seien. Indirekt rügt sie die Initiatoren der sog. „IG Inselwache“, da sie Angst in der Bevölkerung, speziell auf der Insel, erzeugt hätten. Dies sei jedoch unbegründet. Sie ermahnt alle Feuerwehrler auf der Insel, wie auch auf dem Festland, dass sie die Entscheidung, welche heute Abend fallen würde, akzeptieren sollen. Das sei dann ein demokratischer Entschluss und appelliert indirekt an alle nicht mit Austritt zu reagieren.

Herr Nuber vom Ordnungsamt präsentiert seine Folien und erinnert, dass der Stadtrat schon 2007 beschlossen habe eine neue Hauptwache auf dem Festland zu errichten. Eine „Ausrückeeinheit“ der Feuerwehr solle aber auf der Insel verbleiben, so habe man 2007 beschlossen. Er stellt diverse Möglichkeiten sowie das Budget vor, welches sich inkl. Zuschüsse vom Land auf rd. 4,88 Mio. Euro belaufe. Der Neubau der „Inselwache“ mit zwei Stellplätzen soll rund 470.000 Euro kosten, endet Nuber.

Als nächstes spricht der Kommandant Kainz. Er spricht ruhig, aber präzise. Er beginnt damit, dass die Feuerwehr Lindau zweigeteilt sei und bedauerte dies. Er macht aber deutlich, dass die Kommandantur eine Entscheidung getroffen habe und nun eine Gruppe sich herauslöste. Dies kritisierte er. Gleichzeitig sagt er, dass er es bedauern würde, wenn Kammeraden aus der Wache 1 („Inselwache“) nach dem heutigen Abend austreten würden. Kritik auch an die vielen Schreiber von Leserbriefen, nach deren Qualifikation Kainz fragte. Er untermauert die Entscheidung der Wehrführung u.a. damit, dass von den über 30 Aktiven Feuerwehrleuten von der Wache 1 tagsüber unter der Woche nur acht in unmittelbarer Nähe zur Feuerwehrwache sich in der Regel aufhalten. Als Hintergrund sei gesagt, dass ein sog. Löschgruppenfahrzeug der Feuerwehr für neun Feuerwehrleute vorgesehen ist. Also sei für die Drehleiter kein „Personal“ schnell verfügbar. Dies sei im Heuried anders, erklärt Kainz, da dort eine Konzentration von Arbeitsplätzen in der Nähe sei. Kainz nahm die einzelnen Argumente der „IG Inselwache“ auf und entkräftete diese. Man sah den Zuhörern an, dass ihm das auch gelang. Dies macht er sachlich und stets ruhig. Immer wieder spürt man, wie er versöhnlich die Hand in Richtung Wache 1 ausstreckt. Er argumentiert jedoch auch, dass er mit vielen Experten über das Thema gesprochen habe und es eine breite Zustimmung von ihnen für sein vorgeschlagenes Konzept gäbe. Er versichert den Lindauer Bürgern, dass sie sicher seien; heute, morgen und auch übermorgen noch. Nach seinem folienunterstützten Vortrag erhält er viel Applaus von den Zuhörern. Ich hatte den Eindruck, dass er die PowerPoint Folien selbst erstellt hatte und sich keine Hilfe aus seiner Werbeagentur geholt hatte. Sie wirkten eher weniger „professionell gestaltet“ …

Als nächstes meldet sich Stadtrat Hermann Kreitmair (CSU) zu Wort. Man merkt ihm als Insulaner an, dass er lange zweigeteilter Meinung zu diesem Thema war. Er bedauert den offensichtlichen Streit innerhalb der Feuerwehr Lindau. Er sagt, dass er gehört habe, dass die Drehleiter aufgrund der teils recht engen Bebauung auf der Insel gar nicht immer zum Einsatz kommen könne. Daher schlägt er vor über eine „kleinere Drehleiter“ für die Insel nachzudenken, auch habe er gehört dass Anhänger mit Leitern darauf gäbe. Er meint vermutlich eine AL18. Ich bin mir nicht sicher, ob er damit den Nerv der „IG Inselwache“ trifft, eher nicht. :-)

Stadtrat Max Strauß von der Bunten Liste will die Entscheidung vertagen und lieber eine „vernünftige Lösung“ finden. Er führt weiter aus, dass die Freiwillige Feuerwehr quasi militärisch aufgebaut sei und meint, die Wache 1 dürfe nur noch einmal im Monat üben. Dies frägt er Kommandant Kainz. Dieser antwortet ihm, dass ihn die Lindauer Zeitung dies auch schon gefragt hätte. Diese habe dann aber auf der Internetseite nachgeschaut und herausgefunden dass dem nicht so sei. Kainz verteilt einen Seitenhieb auf die Bunte Liste in dem er meint, dass um dies nachzuprüfen allerdings man einen Internetanschluß bräuchte; es gibt vereinzelt Lacher im Publikum.

Der Ex-OB Müller spricht nun. Er verfällt in Erzählungen aus seiner Amtszeit als Oberbürgermeister. Er will vier Feuerwehr-Boxen auf der neuen Wache auf der Insel und keine neue Hauptwache auf dem Festland im Heuried. Somit solle auch die Drehleiter auf der Insel verbleiben.

Kainz antwortet und formuliert spitz; man kann merken dass die beiden keine „Freunde“ sind. Kainz Stellvertreter Gerhard Birk erklärt Ex-OB Müller dass eine Erweiterung der Wache Ost kaum möglich sei und die Sanierung selbiger wohl teurer komme als ein Neubau.

SPD-Stadträtin Rundel meint, sie habe sich in der vergangenen Zeit „Feuerwehr-Kompetenzen“ angeeignet und sehe Sparpotential beim Neubau der Hauptwache; so können man beispielsweise die geplanten Wohnungen darin weglassen. Ferner fordert sie auf der Insel mindestens drei Tore.

Seidl stellt eine Redeliste auf. Da fast alle Stadträte etwas zum Thema sagen wollen und der Abend schon fortgeschritten ist, verlassen einige Zuhörer die Inselhalle. Ihnen scheint es wohl zu lange zu gehen.

Stadtrat Kiss (Bunte Liste) redet nun. Man merkt, er redet gern. Teilweise kann ich seiner Argumentationsführung nicht folgen. Vielleicht bin ich nicht intellektuell genug, vielleicht redet er aber teilweise auch einfach wirres Zeug. Jedenfalls wirbt er für eine zentrale Feuerwehr, anstelle der drei Wachen West-Insel-Ost. Dies allerdings nie, ohne Angriffe darin gegen SBI Kainz zu führen. Als Kiss endlich am Ende seiner langen Ausführungen ist, antwortet ihm Kainz mit viel Wortwitz und Angriffslust. Dafür und für seine klaren Argumente bekommt Kainz Zwischenapplaus einiger Zuhörer.

Als nächstes spricht Stadtrat Guggenmoos von den Freien Bürgern. Ich höre ihn heute zum ersten Mal im Lindauer Stadtrat sprechen und bin positiv überrascht. Er argumentiert klar und deutlich, hält sich kurz und scheint sich viele Gedanken zum Thema im Vorfeld gemacht zu haben. Er beginnt seinen Wortbeitrag damit, dass er Stadtrat Kiss nach seinem langen Redebeitrag mitgibt, dass reden eine Kunst sei – ihm (Kiss) zuzuhören jedoch auch. Damit spricht er mir persönlich aus der Seele.
Guggenmoos spricht versöhnlich, greift auf, dass eine Mediation vielleicht innerhalb der Feuerwehr Lindau helfen könnte und positioniert sich klar auf der Seite von Kommandant Kainz. Er greift auch Ex-OB Müller an. Guggenmoos spricht m.E. sehr gut und appelliert an die Feuerwehr Lindau und deren Zusammenhalt.

Nun lässt die Oberbürgermeisterin darüber abstimmen die Rednerliste zu schließen. Dies geschieht mehrheitlich. Stadtrat Max Strauß regt an eine kurze Pause zu machen. Dies wird so angenommen.

Alle strömen ins Foyer oder vor die Inselhalle. Diese Pause tut allen gut, den Stadträten, aber erst Recht den Zuhörern.

Nach der Pause eröffnet OB Seidl wieder und gibt bekannt dass sie noch elf Wortmeldungen auf ihrer Liste habe und appelliert an die Stadträte sich möglichst kurz zu fassen. Als nächstes spricht Dr. Birk von der SPD. Er meint die Stadträte seien von dem Vorschlag der Stadtbrandinspektion überrascht worden; auch er spricht sich für drei Stellplätze auf der Insel Lindau aus.

CSU-Mann Stark spricht von „Bergungseinsätzen“ mit der Drehleiter. Ob er weiß, dass nur Verstorbene geborgen werden, Verletzte/Kranke jedoch gerettet? Und überhaupt macht Josef Stark einen eher inkompetenten, dafür umso aggressiveren Eindruck auf mich. Das gipfelt darin, dass er die „IG Inselwache“ heftig attackiert und maßregelt. Hört sich für mich an, als würde ein Pater in einer Internatsschule der 60iger Jahre einen Generalanpfiff an die sechste Klasse verteilen. Die verbale Gewalt ist deutlich spürbar, die körperliche bleibt zum Glück aus. 😉

Heribert Hostenkamp von den Freien Bürgern spricht wieder versöhnlicher. Regt abermals eine Mediation zw. der Wache 1 und der Stadtbrandinspektion an. Er führt aus, dass die Stadt zwar den Rahmen der Feuerwehr geben kann, aber keine taktischen Entscheidungen fällen könne. Er unterstütze den Vorschlag von Verwaltung und Kommandant Kainz.

Als nächstes erzählt Stadtrat Hummler von der CSU, dass er selbst mal Kreisbrandmeister im Landkreis Lindau gewesen sei. Er habe auch viele Diskussionen in dieser Zeit mit Kainz geführt, die aber alle auf sachlicher Ebene blieben. Er argumentiert Pro-Kainz und greift entschieden die Bunte Liste und deren Vorschläge an. Ebenfalls lässt er nicht unerwähnt, dass die zweite Lindauer Drehleiter (welche in der Wache West stationiert ist) durch den Kreis mit finanziert worden sei. Da sie auch den sog. „Zweiten Rettungsweg“ bei (älteren) Gebäuden in den umliegenden Gemeinden sicherstellen müsse. Von daher sei eine Verlegung dieser, zusammen mit der anderen Lindauer Drehleiter, in eine Zentralwache auch nicht denkbar. Damit hat er meiner Meinung nach vollkommen Recht. So muss diese Drehleiter auch beispielsweise nach Wasserburg und Nonnenhorn zu Brandeinsätzen fahren. So auch beim „Hegestüble-Brand“ vor etwas über einem Jahr in Wasserburg. Allerdings missfiel mir persönlich im Wortbeitrag von Hummler die deutlich spürbare Gewalt in seinen Ausführungen. „Gewaltfreie Kommunikation“ wäre ein Thema in welchem sich die Stadträte Hummler und Stark meines Erachtens einmal kundig machen sollten.

SPD Stadträtin Dorfmüller redet nun: Sie will die Drehleiter auf der Insel behalten und führt u.a. als Argument auf, dass auf der Insel in Zukunft viel gebaut werden würde. Sie kritisiert SBI Kainz und wirft ihm vor, dass er gegen die „IG Inselwache“ arbeite. Sie wolle mit der Bunten Liste für deren Antrag stimmen, obwohl sie bei der SPD sei. Kainz antwortet dass er das Gespräch mit der „IG Inselwache“ suchen wolle und erklärt der Stadträtin, dass aufgrund des vorbeugenden Brandschutzes bei Neubauten ein zweiter Rettungsweg am Objekt vorgeschrieben würde; so dass hier die Bedeutung der Drehleiter abnehme. Dies sei bei bereits gebauten Gebäuden (Bestandschutz) nicht der Fall. Selbstverständlich hat die Drehleiter auch bei Neubauten eine wichtige Daseinsberechtigung, aber nicht in dem Maße wie bei älteren Objekten.

CSU Fraktionsvorsitzender Roland Freiberg will keine neue Standortdiskussion für die neue Hauptwache auf dem Festland und verweist auf den bereits genannten Stadtratsbeschluss. Er spricht sich abermals für eine verbleibende „Ausrückeeinheit“ auf der Insel aus und greift die Bunte Liste an. Den Initiatoren der „IG Inselwache“ gibt er mit auf den Weg, dass sie die Bürger Lindaus verunsichert hätten. Dies macht er allerdings nicht so „oberlehrerhaft“ wie sein Fraktionskollege Stark. Er bleibt dabei eher versöhnlich. Er wiederholt mehrmals dass die CSU Ansprechpartner aller Feuerwehrler und Bürger aus Lindau sein wolle. Er will Sicherheit für alle Bürger, auch beim Thema Brandschutz. Er unterstreicht dass mehrere Experten das Konzept von SBI Kainz gut heißen und schließt sich dem an. Generell spricht Freiberg grundsätzlich gut. Man merkt ihm aber an, dass er CSU Fraktionchef ist und auch sonst ein Parteisoldat durch und durch. Etwas mehr „Freiberg“ und etwas weniger „Partei“ wären m.E. manchmal wünschenswert.

Es folgen mehrere weitere Redebeiträge und Anträge zur Geschäftsordnung, so will zum Beispiel die Bunte Liste eine namentliche Abstimmung. Dem wird mehrheitlich zugestimmt.

Vor der Abstimmung appellierte OB Seidl nochmals an die Feuerwehr-Leute, dass sie nicht „auseinander brechen“ sollen. Sie sicherte zu, dass externe Hilfe (Stichwort Mediation) gestellt werden würde, wenn dies erforderlich sei.

Es gibt zwei große Abstimmungsblöcke, Teil A und B. Teil A befasst sich mit der neuen Hauptfeuerwehrwache im Heuried auf dem Festland und Teil B mit der neuen „Inselwache“. Darin jeweils mehrere Einzelabstimmungen und Anträge enthalten; so beispielsweise wie der Neubau ausgeschrieben werden soll etc.. Um kein „gefährliches Halbwissen“ zu verbreiten und weil mir der genaue Wortlaut der einzelnen Teilabstimmung nicht vorliegt, sei vereinfacht gesagt, dass man unter Teil A dem Neubau der Hauptfeuerwehrwache im Heuried mehrheitlich (wenn auch teilw. knapp) zugestimmt hat. Im Teil B wurde zuerst über vier Stellplätze abgestimmt, was abgelehnt wurde. Ebenfalls wurden der Antrag auf drei Stellplätze abgelehnt. Dem Vorschlag der Verwaltung mit nur zwei Stellplätzen wurde dann mit einer Stimme Unterschied zugestimmt.

Ich persönlich hätte es begrüßt wenn man drei Stellplätze auf der Insel bauen würde und sich zusätzlich die Option offenhalten würde ggf. um weitere Stellplätze dort erweitern zu können. Das wäre zukunftsorientierter gewesen, so meine persönlich Meinung. Der finanzielle Mehraufwand wäre m.E. nicht allzu groß gewesen.

Abschließend möchte ich noch anmerken, dass dieser Artikel bewusst subjektiv von mir geschrieben wurde. Er kann nicht vollständig sein und ist sicherlich von meiner persönlichen Meinung auch ein Stück weit eingefärbt. Das ist auch in Ordnung so, da dies ja auch mein persönliches Blog ist. Er kann also durchaus als eine Art „Leserbrief“ angesehen werden. Dies war mir wichtig, dies nochmals klarzustellen und an dieser Stelle. Ich hoffe darüber hinaus dass mein Bericht aus dem Gedächtnis möglichst die relevanten Dinge richtig wiedergibt und nichts Wichtiges vergessen wurde. Er wurde aus dem Gedächtnis erstellt und es waren schon viele Worte an jenem Abend in der Lindauer Inselhalle zu vernehmen … :-)

5 Comments

  1. Lauserl
    Posted 24. März 2010 at 07:38 | Permalink

    Ich war zwar nicht dabei, konnte leider auch bis jetzt auf der Web-Seite von szon nicht mal einen subjektiven Aufhänger zu dem so propagierten Hauptthema , so wie gestern noch kurz veröffentlicht, finden.
    Ich finde den Artikel sehr Informativ und interessant!!!

    Besten Dank und einen sonnigen Tag, der hoffentlich zum Abkühlen des ein oder anderen Gemütes dient

  2. Uwe Burgtorf
    Posted 24. März 2010 at 09:05 | Permalink

    Sehr schöne und ich meine auch objektive Beschreibung der Stadtratssitzung. Wenn auch einige subjektive Anmerkungen enthalten sind. Ich habe die Sitzung genau so empfunden. Du hast damit auch für meine persönlichen Eindrücke die absolut passenden Worte gefunden.
    Ich kann auch Deinen persönlichen Ausführungen nur zustimen.

  3. Posted 24. März 2010 at 11:34 | Permalink

    Danke für den Artikel…
    Ich muss ganz erlich sagen, der einzig (für mich) wirklich kompetente Stadtrat zu diesem Thema ist Herr Hummler.
    Das er nicht der beste Redner ist liegt wohl in der Familie ;-)))

  4. Anton Kastner
    Posted 24. März 2010 at 11:51 | Permalink

    Hallo,
    der Beitrag ist sehr informativ und ich denke inhaltlich , auch sehr neutral gehalten. Ich kenne GR-Sitzungen aus unserer Gemeinde, die auch sehr „ausuferten“.
    Ich stimme auch damit überein, dass evtl. 3 Stellplätze für die „Inselwche“ bereitgestellt würden.
    Dann hätte man Platz, sollte wider Erwarten, doch die DL auf der Insel benötigt werden.
    Aber so wie der Stadtrat beschloßen hat, finde ich es gut.
    Im Sinne der Feuerwehr hoffe ich, dass sich jetzt die Wogen beruhigen und weiter miteinander arbeitet.

    Gruß aus der Oberpfalz

  5. Olaf Böttger
    Posted 26. März 2010 at 18:34 | Permalink

    24 Austritte in Lindau. Ich bin schockiert :-(((

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  1. […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von DLK Streit Lindau erwähnt. DLK Streit Lindau sagte: @galaxyquest Jörg von @segelschule hat unter http://bit.ly/9lTUCZ etwas veröffentlicht zu #dlkli […]

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