Ist WLAN ein Luxusobjekt?

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vor über einem Jahr, war das noch eine News auf unserer Website

vor über einem Jahr, war das noch eine News auf unserer Website

Da wir am in Wasserburg am Bodensee ja die Segelschule und Bootsvermietung betreiben und selbst natürlich intensiv im Web unterwegs sind, liegt es auf der Hand dort im Schulungsraum (=Sommerbüro) auch einen vernünftigen Internetanschluss zu haben. Eigentlich war es für mich auch verständlich diesen mit einem offenen WLAN Hotsport zu betreiben.

ABER:
Als sich dann die Meldungen über einen gesteigerten Missbrauch von offenen WLAN Hotspots mehrten (Stichwort illegaler Download etc.), haben wir diesen vorsichtshalber auch WPA-verschlüsselt. Aber schon bald tauchte Fonero (kurz FON) im Web 2.0 auf und wir entschieden uns dazu über diesen Dienst den WLAN Hotspot wieder zu öffnen.

Und in der Tat sind wir einer der wenigen öffentlichen Hotspots im Ferien- und Kurort Wasserburg Bodensee. Und so ist es natürlich klar, dass dieser mittlerweile sehr intensiv von Urlaubern in Wasserburg genutzt wird.

Eigentlich unverständlich, dass es auch hier am Bodensee so wenige Hotels mit WLAN Hotspots gibt. Was heißt hier am Bodensee, generell fällt mir das leider auf.

Wenn ich mich fern des Bodensee aufhalte und noch dazu in einem Hotel übernachte und nicht auf einem Schiff (kommt selten genug vor) dann ist es für mich Grundvoraussetzung, dass es dort in allen Zimmern  einen Hotspot gibt.

Eigentlich sollte dieser meiner Meinung nach auch kostenlos zugänglich für die Gäste sein. Muss man sich als Betreiber des Hotels nur Gedanken machen, wie man sich gegen Missbrauch schützen kann.

Der Bodensee Peter von Konstanz hat sich derzeit zum heimlichen Botschafter des Web 2.0 im touristischen Umfeld gemausert. Derzeit ist er auf Vortrag Tournee unterwegs. Heute hat er in seinem Blog darüber geschrieben, dass er 5,- Euro pro Stunde für einen Internetzugang in seinem Hotel zahlen soll. Das geht nicht! Ich würde im Vorfeld in einem solchen Hotel erst gar nicht übernachten! Sollen Sie für irgendwelche Tickets- und Bearbeitungskosten meinetwegen zwei Euro für die gesamte Übernachtungsdauer berechnen; aber grundsätzlich sollte Internet überall frei zugänglich sein. Ein TV ist doch heute auch auf jedem Zimmer Standart! Und wenn ich bei einer Rundreise von Hotel A aus, das Hotel B in einer anderen Stadt buchen will, geht das eben auch nur mit Internetzugang. Da helfen sonst die ganzen Internetmarketingaktionen der Betreiber nichts!

Wie dem auch sei, da müssen viele noch vieles dazu lernen. Würde ich heute ein Hotel eröffnen, würde ich eher auf Haustelefone verzichten (wer nutzt die eigentlich noch), als dass ich meinen Gästen keinen Internetzugang zur Verfügung stellen würde. Speziell da dies ja mit vergleichbar geringem finanziellen Aufwand realisierbar ist.

Bin mal gespannt was der Bodensee Peter in seinem Blog über die Veranstaltung und die Reaktionen der Geschäftsführerin des angesprochenen Hotels noch schreiben wird. Vielleicht (hoffentlich) gibt es dort ja schon bald kostenloses Internet für die Gäste!

‚*’*’*’*“*’*’*’*‘

Edit(h) sagt:

Neben dem von Peter initiiertem virtuellem Schimpfen über das Hotel, welches WLAN Anschluss seinen Gästen zwar anbietet, allerdings für die stolzen Gebühren in Höhe von € 5,- pro Stunde, hat sich nun quasi eine „Gegenkampagne“ im Netz gebildet.

Zwar heißt man dort es natürlich ebenfalls nicht gut, dass Hotels (wenn sie überhaupt Internet ihren Gästen anbieten) deftige Gebühren dafür kassieren. Aber man versucht einen Wettbewerb auszuloben, wie das angesprochene Hotel in Hannover den entstandenen Imageschaden wieder wettmachen könnte. Daran will ich mich natürlich beteiligen, wenngleich ich mich nicht zu den Botschaftern des Web 2.0 zähle und auch nur über sehr rudimentäre Kenntnisse über selbiges und Marketing in selbigen verfüge. 😛

Also, ich könnte mir gut vorstellen, dass das Hotel wie folgt reagieren könnte:

  • Natürlich ab jetzt kostenloses WLAN in allen Zimmern anbieten
  • Alle die positiv im Web über das neue, freie „Internethotel“ berichten eine Ãœbernachtung zum halben Preis anbieten. Es genügt auf seinem Blog darüber zu schreiben, bzw. auf Qype u.ä. Portalen eine positive Hotelbewertung abzugeben.
  • Gleichzeitig wird ein Contest ausgeschrieben, zu welchem sich web 2.0 affine Menschen bewerben können. Daraus wird eine Anzahl X ausgewählt und diese zu einem Meeting in das Hotel eingeladen. Dort wird dann ein Barcamp veranstaltet; zwangsläufig entstehen dabei weitere Online-Marketing-Aktionen für das Hotel. Die positive netzweite PR ganz nebenbei.
  • Auch klar, dass man die Hotelrezeption bald antwittern können wird und dass die genannte Hotelmanagerin über die ganze Geschichte im Corporate Blog des Hotels berichtet. Dabei geht sie offen mit ihren „Fehlern“ um, bittet um Verständnis und beschreibt die gezogenen Lehren.
  • Um die notwendige Reichweite zu bekommen kann es u.U. im zweiten Schritt notwendig sein, die Aufmerksamkeit mindestens eines „A-Bloggers“ zu bekommen. Aber vermutlich würde es schon genügen alle an dieser und der von Peter gestarteten Aktion beteiligten Netzmenschen darüber zu informieren.
  • Neben der durch die Aktionen generierten web-PR ist vermutliches ebenfalls eine sehr positive Entwicklung in Sachen SERPS ein nicht zu verachtender „Nebeneffekt“, der noch vergleichsweise günstig „erkauft“ wurde.

Tja: Krise als Chance!

Jemand der nicht von einer „web 2.0 Persönlichkeit“ wie Peter in der Blogosphäre „an den Pranger gestellt“ wurde, der tut sich deutlich schwerer eine solche Webkampagne durch zuziehen. Bin schon fast neidisch, aber umso mehr gespannt was aus den beschriebenen Projekten wird und wie das Hotel reagiert.

5 Comments

  1. Posted 26. November 2008 at 22:20 | Permalink

    Nur zur Vollständigkeit – wir schreiben einen Wettbewerb aus: Die beste Gegenlösung gegen Peters Kampagne wird gesucht! http://www.tourismuszukunft.de

    VG Daniel

    PS. wir sind die offenen Botschafter des Web2.0 😉

  2. Posted 27. November 2008 at 08:05 | Permalink

    Hei… cool, dass du mitmachst… und gute Ideen!
    VG Daniel

  3. Posted 27. November 2008 at 11:11 | Permalink

    „Würde ich heute ein Hotel eröffnen, würde ich eher auf Haustelefone verzichten“

    Habe ich mir (aufgrund der Mißbrauchsmöglichkeiten) auch schon überlegt. Aber dann bekommt man keine 3 Sterne mehr.

    Mein Mietvertrag für die Telefonanlage läuft 2012 aus. Vielleicht tut sich ja bis dorthin was…

  4. Posted 12. Februar 2009 at 10:54 | Permalink

    „Natürlich ab jetzt kostenloses WLAN in allen Zimmern anbieten“
    Für mich scheint es die optimal Entscheidung zu sein :)

  5. Adrian
    Posted 3. Dezember 2010 at 13:37 | Permalink

    Also ich buche sowieso nur in Hotels die wlan haben. Habe mir gerade zu hause ein nfon.net-VoIP eingerichtet. Das möchte ich nicht mehr missen auch nicht im Urlaub, oder auf reisen.

3 Trackbacks

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