Heute in der Lindauer Zeitung gelesen …

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Lindau er Zeitung am Bodensee
Folgende Themen habe ich heute in der Lindauer Zeitung gelesen und möchte muss dies(e) kommentieren:

  • BSB-Saison startet mühsam
  • Bodenseefischer beklagen schlechtestes Fangergebnis seit 20 Jahren
  • Sutter empört sich über Renz
  • ÖDP ficht Wahlen an und erhebt Klage

Hierzu nun meine eigenen Gedanken und Kommentare

BSP-Saison startet mühsam
Die Bodensee Schifffahrtsbetriebe (BSB) beklagen sich über geringe Passagierzahlen über die Osterfeiertage 2008. Zwischen Karfreitag und Ostermontag habe man nur rund 13.000 Passagiere gezählt, im Vorjahr waren es 55.800. Also weniger als ein viertel in 2008. Dabei sind die BSB noch gut weggekommen. Die Bootsvermietungen am Bodensee hatten 0 Umsatz, da die ihre Stationen geschlossen halten mussten. Grund hierfür war das extrem schlechte und kalte Wetter, was noch durch das sehr frühe Osterfest unterstrichen wurde. So pilgerten die Leute lieber nochmals zum Schi fahren oder blieben gleich daheim.

Auch die Cafés und Restaurants blieben deutlich unter ihren Erwartungen, was das Ostergeschäft angeht. Fast schon ein Drama, brauchen doch viele Saisonbetriebe das Ostergeschäft nach einer langen Winterpause ohne nennenswerte Einnahmen immer dingend.

Selbst wenn der Frühling (wenn er denn mal kommt) noch so schön ausfallen sollte, kann man in der Regel das Ostergeschäft nicht mehr hereinholen. Bleibt also nichts anderes übrig als auf ein dafür umso besseres Pfingstgeschäft zu hoffen und gute Hauptsaison.

Auch wir von der Bodensee Segelschule und Bootsvermietung in Wasserburg haben da so unsere Probleme. So sollte ich dringend noch bei zwei Booten das Unterwasserschiff streichen; geht aber nicht weil es zu kalt ist und permanenter Niederschlag herrscht. Erstaunlicherweise wirkt sich selbiger nicht mal merklich positiv auf den Bodensee Pegel aus. Es bleibt also nur zu hoffen!

Bodenseefischer beklagen schlechtestes Fangergebnis seit 20 Jahren
Die Berufsfischer klagen schon seit Jahren über teilweise drastische Fangrückgänge, speziell bei Edelfischen. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig. Ein Grund ist für die am östlichen Bodenseeufer angesiedelten Wasserburger Berufsfischer sicherlich mit der Rheindamm, der jede Menge Sediment in den Bodensee einführt und damit zu einer Trübung des Wassers beiträgt. Hierzu versprach Bürgermeister Thomas Eigstler zusammen mit den anderen örtlichen bayerischen Kommunen „am Ball“ zu bleiben. Geplant und erdacht ist, dass der Rheindamm wenigstens in Richtung Westen und damit in Richtung Seemitte gedreht wird. Dies ist zwar auch nur eine Notlösung aber allemal besser als der Status Quo.

Nicht nur die Berufsfischer haben mit den Folgen des österreichischen Rheindamms zu kämpfen. Betroffen sind alle die direkt oder indirekt mit dem Bodensee arbeiten. Wassersportler, Seepumpwerke der Wasserversorgung, die Fischbrutanstalt Nonnenhorn, die Hafenbetreiber, die Seegrundstücksbesitzer usw. Hier bedarf es einer dringenden Lösung. Wer bisher das Ausmaß noch nicht erkannt hat, dem sei einmal Google-Earth ans Herz gelegt. Dort kann man eindrucksvoll erkennen, wie viel Sediment der Rhein im Sekundentakt in den Bodensee schiebt. Ferner ist dies auch die Resultate einer doch so umweltfreundlichen Energiegewinnung mittels Wasserspeicherwerken in Österreich und der Schweiz. Alles hat nämlich zwei Seiten und beide müssen bei der Planung und Umsetzung auch bedacht werden. Alles wird gut? Wir werden sehen!

Sutter empört sich über Renz
So langsam kann ich es nicht mehr hören lesen. Wann immer man etwa aus dem politischen Sigmarszell vernimmt, hat es damit zu tun, dass sich Wolfang Sutter über irgendwas aufregt und empört und mosert. Vielleicht würde man sich auch mal wünschen, dass was wirklich Konstruktives von ihm kommt! Im aktuellen Fall wirft er dem CSU Ortsvorsitzenden mal wieder vor, dass dieser sich für die Demokratie nicht hervorgetan habe und forderte dass „man so einen Mann in kein demokratisches Forum mehr bringen“ könne.

Ja wie weit ist es denn um das Demokratieverständnis von Herrn Sutter bestellt? Wer immer nur bei den anderen sucht, hat meist selbst vor seiner Tür zu kehren (ich will mich da ja persönlich gar nicht ausschließen).

So weiß ich beispielsweise aus eigener Erfahrung, dass Wolfgang Sutter (Beruf Lehrer) so seine Probleme auch mit Schülern hat, die politisch engagiert sind und das nicht unbedingt in seiner doch sehr linken politischen Ecke. So kann es dann schon mal vorkommen, dass ein christlich-sozialer Schüler von einer Note 1 bis 2 auf 4 bis 5 abrutscht, komischer Weise im folgenden Schuljahr (natürlich bei einem anderen Lehrer) dann wieder zwischen der Note 1 und 2 steht. Lag aber bestimmt nicht am Demokratieverständnis von Herrn Sutter, sondern nur am Schüler selbst, oder? 😉
In diesem Sinne würde ich mir wünschen, dass auch Herr Sutter endlich zur Sachpolitik zurückkehrt und seine persönlichen Fehden endlich einstellt! Es gäbe genügend Möglichkeiten sich mit guten lokalpolitischen Ideen zu profilieren, bringt i.Ãœ. auch mehr! 😉

ÖDP ficht Wahlen an und erhebt Klage
ÖDPeter tritt immer weiter in den Hintergrund und sein Nachfolger Fichtl wird noch aggressiver. Sowohl ÖDPeter, als auch Xaver Fichtl (ÖDP), als auch der oben genannte Wolfgang Sutter sind von Beruf? Richtig! Lehrer! Irgendwie scheinen die wirklich zu viel Zeit zu haben! Jetzt mosert der Fichtl an der Wahl rum, weil er sich gerne ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Und in guter demokratischer Manier holt man dann mal zum Rundumschlag aus. Ganz böse ist nun das d´Hondtsche Verfahren, dass die kleine ÖDP so benachteiligt. Tja was will er eigentlich? Gäbe es die proportionale Repräsentation nicht, so würde die ÖDP in gar keinem Gremium vertreten sein. Aber da es ja noch andere Verfahren gibt, wie beispielsweise das Hare-Niemeyer, hätte man halt gerne das – kommt man kleine Gruppierung ja vielleicht besser weg. Manchmal muss ich mich aber schon fragen, ob die sog. proportionale Repräsentation überhaupt gerechtfertigt ist. Nehmen wir z.B. mal das letzte Kreistagsergebnis als Beispiel heran:

Die CSU hat insgesamt 25 Sitze im neuen Lindauer Kreistag erhalten. Eberhard Rotter, MdL führt die Liste mit 23.633 Stimmen an. Auf Platz 25 zieht als letzter auf der CSU Liste Hermann Kreitmeir in den Kreistag ein. Er hat 11.366 Stimmen. Der erste Nachrücker auf der CSU Liste ist mit 11.295 Stimmen Bruno Bernhard. Der letzte auf der CSU Liste ist auf Platz 60 Wolfgang Sauer mit insgesamt 6.588 Stimmen.

Und wie sieht es bei der ÖDP aus? Hier führt die Liste ÖDPeter Borel an mit 6.724 Stimmen, auf dem zweiten ÖDP Platz, und damit auch noch in den Kreistag gewählt, ist mit 4.369 Stimmen Uta Reinholz. Der zweite Nachrücker, und schlechter Verlierer, ist Xaver Fichtl mit 3.768 Stimmen.

Schauen wir uns also mal die absoluten Stimmenzahlen an, müssen wir feststellen dass die ÖDP massiv weniger Stimmen hat. Der erste Nachrücker auf der CSU Liste hat damit fast doppelt so viele Stimmen wie ÖDPeter als Listenführer der ÖDP. Der zweite ÖDP Sitz im Kreistag hat bereits ca. 2.200 Stimmen weniger als der letzte CSU Kandidat auf der Liste (der ja gar nicht im Kreistag vertreten ist)!

Die absoluten Stimmenzahlen sprechen also eine deutliche Sprache! Und warum bekommt dann die ÖDP überhaupt zwei Sitzplätze? Ja, „schuld daran“ ist eben das d´Hondtsche Verfahren. Ich möchte dass ja gar nicht als sooooo schlecht heißen, weil unsere Geschichte uns gelehrt hat, dass ein absolutes Ergebnis u.U. sehr schlechte Auswirkungen haben kann. Darauf will ich jetzt aber gar nicht näher eingehen. Aus diesem Grund ist es zwar manchmal für die Leute die auf einer großen Liste kandidierten und eben nicht in das Gremium kamen hart, aber auch irgendwo gerechtfertigt.

Auf der anderen Seite verstehe ich die ÖDP und Xaver Fichtl nicht, was dann der Aufstand soll. Nur weil z.B. das Hare-Niemeyer-Verfahren kleinere Gruppierungen noch stärker begünstigt soll gleich das Wahlsystem geändert werden? Ich bin ganz gegenteiliger Meinung. Immer mehr kleine Splitterparteien und Gruppierungen machen sich in unseren Parlamenten breit und verhindern damit stabile Mehrheiten. Das Resultat ist Stillstand, weil man sich nur gegenseitig blockiert. Ich bin sogar der Meinung, dass man auch auf kommunaler Ebene so etwas wie eine 5%-Hürde einbauen müsste, um diese weitläufige Parteienlandschaft Einhalt zu geben. Das führt zu nichts!

Das Wahlergebnis der Kreistagswahlen 2008 kann man hier einsehen.

Bitte nicht falsch verstehen, ich bin natürlich für Demokratie und für eine gesunde Kontrolle in Form einer Opposition, aber es muss dennoch Handlungsspielraum geben um auch etwas für die Gemeinde, die Stadt, den Landkreis etc. tun zu können. Und weil ich schon wieder das Geschrei höre von wegen nicht Demokrat zu sein, stelle ich die banale Frage, ob die Briten keine Demokraten sind? Basta, wie Genosse Ex-Kanzler Schröder so gerne zu sagen pflegte.

5 Comments

  1. Posted 28. März 2008 at 18:02 | Permalink

    Die armen Bodenseefischer, es liegt wohl daran das immer mehr Chemikalien in den See gelangen (vermutlich). Der See droht in 50 Jahren umzukippen hab ich gelesen.

  2. Posted 28. März 2008 at 18:18 | Permalink

    Hallo Matthias,

    das halte ich mehr als nur für ein Gerücht. Der Bodensee ist so sauber wie schon lange nicht mehr! Ich trinke (außer bei der Rund Um) immer daraus – und da bin ich nicht alleine.

    Für die Berufsfischer gilt vielmehr das Gegenteil: der Bodensee ist zu *sauber*! Weil „zu wenig“ Phosphat im See ist, entsteht kaum Plankton und dieses brauchen die Fische zur Nahrung.

  3. Gartenmöbel
    Posted 31. März 2008 at 14:03 | Permalink

    Das kann ich auch bestätigen, dass der Bodensee sehr sauber ist. Ich denke eher, dass der See zu viel von der Fischerei belastet wird. Da es dort eh schon wenig Nahrung für Fische gibt (wie in dem 2ten Kommentar hier zu lesen ist) und dann noch viele Fischer dort unterwegs sind, summiert sich das alles eben. Ich würde dort ein Fischfang-Verbot aufstellen, damit sich der Fisch-Bestand etwas erholen kann…

  4. Posted 2. April 2008 at 13:57 | Permalink

    @ Gartenmöbel:
    1.) Komischer realer Name, drum Link entfernt!
    2.) Es gibt genügend Fische im Bodensee, nur sind die viel klein, weil zu wenig Nahrung, weil der Bodensee „zu“ sauber ist!
    Wenn dann müsste man die Sportfischer, aber doch nicht die Berufsfischer mit einem Fangverbot belegen! Es stehen hier viele Existenzen auf dem Spiel!
    Der einfachste & aus meinen Augen sinnvollste Weg wäre die Maschenweite der Netze zu reduzieren. Weil: Fische gibt es genug, sie wachsen nur nicht mehr so schnell. Und zu viele Fische im Bodensee ist auch nicht gut!

  5. Posted 20. Mai 2008 at 16:52 | Permalink

    Wenn ich habe das gut verstanden kommt das Problem von der Nährung. Gibt es kein möglichkeit entweder Phosphat oder direkt Plankton im See „abzuleiten“? :-(
    Das nur bis, dass es erholt wird?
    Tut mir echt Leid für die Fehler aber ich bin Französin und kann leider (noch)nicht Fehlerfrei schreiben. :-(
    Sonst danke für dein Blog. Ich finde wirklich,dass die Artikeln gut geschrieben sind. ;-)(Als ich es verstehen kann…)

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