Hauptdarsteller Bodensee – über den Tatort „Seenot“

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Heute Abend lief wieder ein Tatort aus Konstanz am Bodensee in der ARD, welchen ich mir bei Freunden angeschaut habe. Da es ja in erster Linie um den Bodensee ging, war das ja fast schon Pflicht. Dazu ein paar subjektive Anmerkungen von mir.

Tatort “Seenot”; Foto: swr/hollenbach
Foto: swr/hollenbach
Die Handlung ganz kurz zusammengefasst:
Hauptkommissarin Klara Blum (Eva Mattes) beobachtet beim Holzhacken über dem winterlichem Bodensee ein rotes Seenotsignal. Sie informiert ihre Kollegen von der Wasserschutzpolizei, die den Fall wiederum an die schweizer Kollegen von der Seepolizei weitergeben. Am nächsten Morgen sieht sie von ihrem Haus aus auf den Bodensee eine große Motoryacht an einer Plattform mitten im Bodensee. Das kommt Hauptkommissarin Klara Blum merkwürdig vor und sie fährt mit einer kleinen Rudergondel zu der Motoryacht, um festzustellen, dass diese unbemannt ist. Sie geht an Bord und findet im Niedergang Blutspuren, woraufhin sie ihre Kollegen alarmiert.

Ein Kollege der Seepolizei Thurgau, Reto Flückinger (Stefan Grubser), kommt mit einer (privaten) kleinen Gondel über den See gefahren und bietet quasi Amtshilfe an. Diese nimmt die deutsche Kripobeamtin Klara Blum gerne an.

Später stellt sich heraus, dass der Werftbesitzer Stähli verschwunden ist. Die aufgefundene Motoryacht war bei ihm zur Reparatur abgegeben und gehört eigentlich einem russischen Geschäftsmann. Ein junger Kollege von der Seepolizei Thurgau vermutet schon länger dass der nun verschwundene Werftbesitzer Stähli in Drogengeschäfte verwickelt sei. Er scheint so in den Fall vernarrt zu sein, dass er GPS Daten manipuliert und somit ins Fahnungskreuz der deutschen Ermittler gerät, woraufhin er flüchtet.

Später wendet sich aber das Blatt wieder und er (Ralph Gassmann) kann die Kripobeamtin Klara Blum von sich überzeugen. Zwischenzeitlich wird auch ihr junger Kollege Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) vermisst. Kurz vor dessen Hinrichtung auf einer Motoryacht mitten auf dem Bodensee können Klara Blum und ihr Kollege von der schweizer Seepolizei den jungen Kollegen retten und alles klärt sich auf.

Die junge Frau von Werftbesitzer Stähli hatte ein Verhältnis mit einer der Mitarbeitet ihres Mannes. Zusammen mit ihn planten sie Stähli aus dem Weg zu räumen und erbeuteten dabei auch gleich noch 6 Millionen Euro, die aus Drogengeschäften ihres Mannes stammten.






Was machte diesen Tatort aus?

Richtig, in erster Linie die tollen Bilder des winterlichen Bodensees. Die Handlung war etwas seicht, passend zum niedrigen Wasserstand des Bodensees im Winter. Auf Handlungsorte will erst gar nicht eingehen, das dürfte jedem klar sein, dass man im Film die sich so hinbastelt wie es eben gebraucht wird. Da werden dann schon mal Fähren verlegt und Romanshorn wächst zu einem der größten Häfen am Bodensee heran.

Interessant war auch die Zusammenarbeit zwischen der deutschen Wasserschutzpolizei und der Schweizer Seepolizei. Diese ist, das weiß ich aus eigener Erfahrung, richtig gut. Und so soll es auch sein. Im Film kommen allerdings die schweizer Seepolizisten etwas „dümmlich“ weg. Nach dieser Tatsache gefragt, antwortet Schauspieler Palph Gasmann: „… obschon ich sagen muss, dass die Schweizer Seepolizisten in Wirklichkeit sehr nett, hilfsbereit und alles andere als doof erscheinen. Stefan (Grubser Anm. d. Red.) und ich haben die Zusammenarbeit mit ihnen sehr genossen.

Und in der Tat, auch ich kann bestätigen dass alle die meisten Seepolizisten um den Bodensee wirklich nett sind und hilfsbereit sind. Egal ob auf schweizer, deutscher oder österreichischer Seite.

Gefragt nach Romanshorn (am Bodensee/Schweiz) antwortet Schauspieler Stefan Grubser: „Romanshorn ist ein geruhsamer Ort und das gefällt mir.“ Eine nette Umschreibung für kleinstädtisch und langweilig, wie ich finde! Er muss es wissen, schließlich ist er am Bodensee, allerdings in Bregenz, aufgewachsen.

Und wie ist das mit dem Drogenhandel nun am Bodensee? Tja, klar ist dass man davon nichts mitbekommt, wenngleich immer wieder Kontrollen durchgeführt werden. Allerdings erfährt man in der Presse auch nichts darüber, so dass ich davon ausgehe, dass es wohl lukrativere Wege gibt, als sich eine große Motoryacht zu chartern. Was allerdings vom Zoll häufig, und dieses Jahr voraussichtlich noch mehr, kontrolliert wird, sind die Bargeldsummen an Bord. Zwar hat Lichtenstein keinen direkten Seezugang, dafür aber die Schweiz …. 😉

Was mich etwas verwunderte, waren die „Plattformen“, von welchen laut Aussage des Schweizer Seepolizisten im Tatort (also im Film) derzeit sechs Stück im Bodensee verankert seien. Ich kenne diese nicht, wenn dann nur zum Setzen von Dalben, aber für gewöhnlich nicht mitten auf dem See. Kennt jemand tatsächlich diese Plattformen im Konstanzer Trichter, bzw. Seerhein oder irgendwo im Untersee. Leider bin ich dort auch zu wenig, oder wurden diese nur für die Filmaufnahmen dort hin gebracht? Und wenn es sie wirklich gibt, warum? Was machen die da?

Ebenfalls erstaunlich, dass man Motoryachten neuerdings wohl im Bodensee mit Bug- & Heckanker festmacht. Halt blöd wenn sie sonst nicht richtig im Bild stehen, oder? Ist das eigentlich die gleiche Motoryacht (wo am Schluß der junge Kripobeamte festgehalten wird), die schon dem vermeintlichen Umwelt-MdL der letzten Folge „gehörte“, der damit Phosphat in den Untersee eingebracht hat?

Sind im letzten Tatort vom Bodensee die Berufsfischer eher schlecht weggekommen, so sind dieses mal die Bootshändler. Es hat nämlich den Anschein, dass quasi alle in den Drogenhandel direkt verwickelt sind, bzw. indirekt, in dem sie Drogengelder waschen. Wir von der Segelschule Wasserburg handeln zwar nicht hauptsächlich mit Motorbooten, aber wir vertreiben die c55 Segelboote. Bisher kam noch keiner mit einem Koffer mit 6 Millionen Euro Bargeld und wollte mir diesen einfach so zuschieben. Schade eigentlich! 😉

Hier noch der Link zum Trailer des Tatort Krimis „Seenot“, welcher am Bodensee spielt. Und hier noch eine Bildergalerie zum genannten Tatort bei der ARD.

11 Comments

  1. Posted 25. März 2008 at 02:38 | Permalink

    Also so weit mir bekannt ist die Plattform an welcher das unbemannte Motorboot von Hauptkommissarin Klara Blum gefunden wird vom Salzmann.
    Von anderen im Bodensee verankerten Plattformen (speziel nähe Konstanz) ist mir auch nichts bekannt.

    Ich denke das diese halt für die Filmaufnahmen dort verankert wurden.

    Und das die Berufsfischer beim letzen Tatort am Bodensee schlecht weggekommen sind und daraufhin eine solch tolle diskussion in verschiedenen Medien entbrannt ist find ich irgendwie schade.

    Warum muss man sich denn immer über alles so aufregen. Die Armen Berufsfischer. HALLO – das ist doch nur ein Film. Also liebe Bootsbauer am Bodensee – nicht aufregen. Alles nur Film. Alles gestellt. Alles geschönt….

  2. Posted 25. März 2008 at 10:11 | Permalink

    @ Felix:
    Na ganz so sehe ich es nicht. Klar ist es nur ein Film und wir beide wissen auch, dass man über so was stehen kann muss. Aber da gibt es sehr viele Menschen da draußen, bei denen bei sowas „immer etwas hängen bleibt“ und die dementsprechend handeln bzw. nicht konsumieren. Das ist (leider) mehrfach bewiesen.

    Wie dem auch sei, dieses Mal war es ja echt nicht so schlimm. Kann man nur hoffen, dass nicht mal die Bootsvermieter oder Segelschulen dran sind .. 😉

  3. Christian
    Posted 25. März 2008 at 12:28 | Permalink

    Hallole,

    das sah in der Tat aus wie eine Pfahlramme vom Salzmann.
    Ansonsten fand ich den Tatort gar nicht so schlecht, und ich bin gespannt wann endlich mal einer in Wasserburg an der Segelschule gedreht wird. an Titeln lägen mir da schon ein paar auf den Lippen, eine Handlung ließe sich sicherlich auch finden, ich behalte es aber lieber für mich.

    Liebe Grüße aus derzeit FN
    Christian

  4. Posted 25. März 2008 at 12:40 | Permalink

    der ideale Standort und die perfekte Kulisse würde Wasserburg auf jeden Fall bieten!

    Noch dazu ne Werft, ne Feuerwehr, Berufsfischer, Bootsvermietung, Segelschule und vieles mehr wäre ja vor Ort. Drehbuchautor(in) was willst du mehr?

    Ist aber halt nicht im Badischen … ob da Frau Hauptkommissarin Klara Blum ermitteln darf?

  5. Günther
    Posted 25. März 2008 at 14:31 | Permalink

    „Rettungsbojen in Seenot“

    Mehrere Mitarbeiterinnen einer Hilfsorganisation verschwinden auf mysteriöse Art und Weise auf dem See. Als Kommissarin Blum ermittelt öffnet sich ein Sumpf aus Verschwörung und Terror der in einem gemeinen Anschlag auf das Boot der Organisation gipfelt.
    Der Terror geht soweit das die Gelbhelme eingreifen und das Boot bergen müssen. *g*

    Trailer dazu müßte es auf youtube geben. :-)

  6. Posted 25. März 2008 at 14:40 | Permalink

    Klasse! :-(
    Die „unter-Wasser-wacht-die-Wasserwacht“-Story scheint wohl immer noch nicht verdaut zu sein, oder?

  7. Posted 25. März 2008 at 18:57 | Permalink

    Habe gerade nochmals über das Thema „Tatort Dreh am Bodensee“ mit jemandem gesprochen. Wasserburg und nahe Umgebung würde sich ja wirklich richtig gut als Kulisse eignen; da wäre noch:
    – das Schloss Wasserburg
    – die nahe Seebühne (inkl. James-Bond-Flair)
    – das Hotel Bad Schachen
    – das neue gr. Wasserwachtsboot von Nonnenhorn
    – die Altstadt von Lindau
    – die Mang-Klinik
    – der Flughafen (FN&MM)
    – die Kirche WW
    – nicht zu vergessen Max H*. :)
    – nen Dorfpunk
    – das Naturschutzgebiet
    – der Wald & Moor rund Giebelbach

    und vieles Mehr, worum sich eine wunderbare Story stricken lassen würde. Also, liebe Tatort-Autorin, nur zu! 😉

  8. Christian S. aus W.
    Posted 25. März 2008 at 19:37 | Permalink

    Nachdem Max H. aus W. mal wieder mit der Ryanair schwarz von FN nach MM geflogen ist wird er von der Polizei im Hotel Bad Schachen interniert. Nachdem ihn Dr. Mang versuchsweise resistent gegen jede Art der Körperpflege operiert hat flüchtet er, nicht ohne vorher ein Stoßgebet in der Kirche von sich gegeben zu haben mit einem Tretboot über den See zur Seebühne. Dort stört er die Aufzeichnungen zum neuen Bond, das empörte Publikum jagt ihn anschließend um den ganzen Obersee und über die Insel (und Altstadt) Lindau ins Giebelbachgebiet wo er von einem einsamen Punker aufgelesen und zur nächsten Gemeinderatssitzung mitgenommen wird. Er hat es gerade noch geschafft sich die Verfolger im Schilf mittels Treibholz vom Leib zu halten.
    Als er sich im Naturschutzgebiet zwischen Nonnenhorn und Wasserburg eingenistet hat wird er nach einiger Zeit doch von 007 aufgespürt und bis zum Wasserburger Schloß mittels Jetski verfolgt. Beim Showdown auf dem Schloßdach verliert Max H. den Halt und stürzt in ein vor dem Schloß abgestelltes Güllefaß das von mehreren einbeinigen Lesben bewohnt wird. Diese verjagen den Übeltäter wieder in Richtung See wo er mit einer bei der Bodensee Segelschule Wasserburg entwendeten Jolle in einen Föhnsturm und folglich in Seenot gerät. Aber die Rettung naht in Form der WW Nonnehorn, am Steuer der einsame Held Bernd das Brot ääääh. Bernd das Boot mein ich.
    Wagemutig pflügt er durch die Wellen und rettet den Verstossenen in das sichere Nonnenhorn.
    Und wenn sie nicht gestorben sind dann leben sie und hoffentlich vor allem er (Max) noch heute in Nonnenhorn.

    Die Leiche muß halt noch irgendwo untergebracht werden, und wenns nur eine ist die irgendwo im Keller schlummert. 😉

    Prost! :-)

  9. Posted 25. März 2008 at 19:54 | Permalink

    hey, da wird nix entwendet … der hat Haus ääähhh Stegverbot bei mir :)

    Den Link mit dem „Güllefaß das von mehreren einbeinigen Lesben bewohnt“ ist, verstehe ich nicht. Aber bin mir sicher dass da Aufklärung naht …

  10. Posted 25. März 2008 at 23:06 | Permalink

    Hoi,

    neee, das hat ausnahmsweise mal keine Bedeutung, ehrlich, es soll aber zeigen das wir Wasserburger weltoffen sind. :-)

    Grüßle
    CS

  11. Posted 26. März 2008 at 00:58 | Permalink

    Stimmt. Die diesmal wirklich schönen Bilder vom Bodensee vergaß ich in meiner Kritik zu erwähnen.

2 Trackbacks

  1. […] wieder in Kooperation mit dem Schweizer Fernsehen (und SWR) gedreht wurde, findet man auch auf meinem privaten Blog. Alles in allem war der Tatort noch etwas seichter, wenn auch realitätsnäher, als der mit […]

  2. […] war doch der andere Tatort “Seenot” vom Bodensee deutlich […]

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