Die neue Ehrlichkeit im Internet – das Web 2.0

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Heute will ich mal ganz unkritisch, ja fast schon euphorisch über das Internet und die Web 2.0 Welt berichten. Mir ist klar, dass viele meiner Leser hier auf dem p5p.de Blog nicht unbedingt aus der Blogosphäre stammen und wirklich sich damit aktiv auseinandersetzen. Ist auch in Ordnung so.

Was aber macht das viel umworbene Web 2.0 aus und was sind die Vorteile auch für „ganz normale“ Internetuser?

Ich möchte es mit „die neue Ehrlichkeit im Internet“ überschreiben.

Bisher, machen wir uns nichts vor, bestand Marketing im Allgemeinen und Krisen-PR im Speziellen daraus „unschöne“ Dinge und Vorkommnisse in Unternehmen sowie Organisationen zu vertuschen, zu verheimlichen und auch zu leugnen.

Aber ist es nicht so, dass jeder (Mensch) Fehler macht? Sind wir nicht alle fehleranfällig? Macht es ein Unternehmen nicht sogar „menschlicher“ wenn es auch Fehler macht? Diese Fehler eingesteht und auch zu ihnen steht – gepaart mit dem Versprechen und dem festen und ehrlichem Willen aus diesen Fehlern zu lernen und sie zukünftig nach Möglichkeit zu vermeiden?






Und genau so sollen speziell die Corporate Blogs sein. Also ein Blog eines Unternehmens wo über das Unternehmen berichtet wird. Schöne Dinge sollen darin vorkommen, aber auch zu weniger schönen Vorkommnissen soll und wird darin Stellung bezogen. Auch ich betreibe neben diesem rein privaten Webblog auch einen Corporate Blog der Segelschule & Bootsvermietung unter www.bodensee-schifferpatent.net. Und dieses Blog sollen nicht nur „Hardcore-User“ der Blogosphäre lesen, sondern eben „ganz normale“ Menschen.

Ein sehr gutes Beispiel dieser neuen Ehrlichkeit ist, wie ich finde, das erfolgreiche deutsche Web 2.0 Unternehmen Sevenload.de. Sevenload kündigte für Montag den 31. März 2008 den Relaunch ihres Angebots und damit Sevenload 3.0 an. Wer allerdings versuchte die Website aufzurufen bekam lediglich eine statische Website zu sehen wo stand, dass wohl noch Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Dann ging die Site kurzzeitig um sogleich bei der nächsten Suchanfrage wieder die schon bekannte statische Seite auszuspucken.

Viele User bemängelten das und machten sich über Sevenload auf unterschiedlichen Blogs lustig, wohl auch weil das Web 2.0 Unternehmen schon seit langem Sevenload 3.0 für dieses Datum angekündigt hatte und dabei alle nur erdenklichen PR-Kanäle nutzte. Und nun das, eine Version 3.0 die einfach nicht funktionieren wollte!

Umso erfreulicher, dass auf dem Blog des Sevenload.de CEO Ibrahim Evsan und über Twitter permanent Statusmeldungen & neue Informationen kommuniziert wurden. Aber noch viel ehrlicher ist das, was Ibrahim Evsan unter der Ãœberschrift „Murphys Law bei sevenload“ auf seinem Blog schreibt. Er erläutert kurz was das Problem war und wie man es nun in den Griff bekommen möchte, räumt Fehler ein und entschuldigt sich bei den vielen neugierigen Usern. Das ist ehrlich, das ist menschlich, das ist aufrichtig, das ist Web 2.0!






Und bevor ich mich noch in weitere Gefühlsdusselei inklusive Tränenausbruch verliere, möchte ich euch den Werbeblogger Artikel als dringende Leseempfehlung mit auf den Weg geben. Passender, treffender und auch rührender vermag ich es nicht zu formulieren.

„Sic!“, wie der Lateiner zu sagen pflegt. 😉

One Comment

  1. Aghelizadeh
    Posted 28. Juli 2008 at 12:12 | Permalink

    Ja das macht Firmen „menschlicher“ . (Wobei ist es menschlich seine Fehler einzugestehen ?) Was ich hier ansich sagen wollte ist, das das WEB viel interessanter ist wenn Menschen für Menschen schreiben, und nicht PR-Fachleute für ihre Kunden auf Kosten meines Nervenkostüms. Und vielleicht ist das Internet ja irgendwann nicht überwiegend B2B oder B2C, sondern zu einem Grossteil „User2User“. Das wird sicher gut.

One Trackback

  1. By Murphys Law bei sevenload at Ibrahim Evsan on 2. April 2008 at 05:49

    […] Update: Wir danken Patrick (Werbeblogger.de) für die lieben Worte. Auch hier bei Jörg! […]

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